Schlachtdaten tagaktuelle online abfragen


Die unabhängigen Klassifizierungs- und Beschaudaten am Schlachthof sind die Basis für die Abrechnung der Schlachttiere. Diese Daten enthalten auch wertvolle Zusatzinformationen zur

Optimierung der Betriebsführung und können tagaktuell unter www.oefk.at online abgefragt werden.

 

In Oberösterreich wird derzeit auf 37 Schlachtbetrieben (32 Schweine-, 17 Rinder-, 5 Schafbetriebe) die Qualitätssicherung und Klassifizierung der Schlachtkörper durch unabhängige Kontrollorgane des LfL durchgeführt. Im Jahr 2016 wurden rund 1.894.000 Schweine, 206.000 Rinder und knapp 3.000 Schafe klassifiziert.

 

Im ersten Halbjahr 2017 ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum bei Schweinen eine leichte Steigerung (+0,1%) und bei Rindern ein Rückgang von 2,8% zu beobachten.

 

Klassifizierung erfolgt unabhängig und objektiv

 

Der Klassifizierer als neutraler Sachverständiger ist am Schlachthof für die richtige Identifizierung der Tiere, für die Feststellung der Handelsklasse und des Schlachtgewichtes sowie für die Auslobung der Ergebnisse am Schlachtkörper mittels Stempel oder Etikett und Speicherung der Klassifizierungsdaten auf einer unabhängigen EDV zuständig. In Österreich gibt es sieben Landesklassifizierungsdienste, die in der Dachorganisation Österreichische Fleischkontrolle GmbH (ÖFK) gebündelt sind.

 

Österreichweit werden durch die Klassifizierer auch rund 60 Markenprogramme bei Rindern und 20 Markenprogramme bei Schweinen kontrolliert.

 

 

Klassifizierungsdaten online abfragen

 

Jeder Landwirt kann noch am selben Tag die Schlachtdaten seiner Tiere online unter www.oefk.at

mit Einstieg seiner Betriebsnummer und AMA Pincode abrufen. Es können die Daten jeder Partie bzw. jedes Einzeltieres in Form eines Klassifizierungsprotokolls im PDF-Format, in der Detailansicht oder in eine Exceltabelle importieren und weiterverarbeiten.

 

Tipp:

Es wird jedem Landwirt empfohlen, die Klassifizierungsdaten aus der Datenbank mit der jeweiligen Schlachtabrechnung zu vergleichen, dabei darf es keine Unterschiede geben.

 

In der Regel verwenden alle namhaften Erzeugergemeinschaften, Händler und Schlachtbetriebe diese Daten in unveränderter Form. Eine rechtzeitige Ansicht der Ergebnisse kann auch zur Veranlassung von Überkontrollen bei Reklamationen verwendet werden.

 

Beschau- und Befunddaten (SFU-Daten)

 

Die Ergebnisse der Fleischbeschau werden ebenfalls am Klassifizierungsprotokoll angedruckt. Bei jedem Tier ist die „Tauglichkeit“ dokumentiert, das heißt der Schlachtkörper ist für die Weiterverarbeitung gesundheitlich unbedenklich. Bei Beanstandungen der Schlachtkörper und Organe werden diese am Ende des Klassifizierungsprotokolls zusätzlich angeführt. Bei Rindern und Schweinen werden durch den Klassifizierer auch sonstige Bemerkungen wie z.B. Tätowierung unlesbar oder Beeinträchtigungen am Schlachtkörper wie z.B. Striemen, Kratzspuren bei Schweinen dokumentiert. Aktuell wird an einer Rückmeldung dieser Daten an Erzeugergemeinschaften und Tiergesundheitsdienste gearbeitet.

 

 

Schlachtdaten unterstützen Herdenmanagement

 

Die Schlachtdaten geben wichtige Rückschlüsse für das Herdenmanagement des Schlachtviehverkäufers.

 

  • Handelsklassen bei Rindern und Schweinen geben in Verbindung mit dem Alter und Schlachtgewicht wichtige Rückschlüsse auf die richtige Fütterungsintensität und Rationszusammenstellung
          - Fleisch- und Speckmaß bei Schweinen wird bei größeren Schlachtbetrieben
            zusätzlich erfasst und liefert wertvolles Datenmaterial

  • pH-Wert und Bemerkungen wie Striemen und Kratzspuren geben Informationen über die Abwicklung des Tiertransportes und des Tierschutzes am Schlachthof vor der Schlachtung

  • Gewichtsangaben (Durchschnittsgewichte der Partien, Einzeltiergewichte) geben Orientierung über den richtigen Verkaufszeitpunkt – ist vor allem zur Erzielung des optimalen Erlöses sehr wichtig (viele Qualitätsmarkenprogramme haben Gewichtsobergrenzen)

  • Uhrzeit der Verwiegung zeigt die Dauer zwischen Verladung am Hof und tatsächlicher Schlachtung am Schlachthof an

  • Zurichtung muss Code Z01 haben (Zurichtung in Ordnung): Verstöße der Zurichtung zeigen unerlaubte Abschnitte am Schlachtkörper durch den Schlachtbetrieb vor dem Zeitpunkt der Verwiegung an – Besitzer kann/soll beim Schlachtbetrieb bzw. Vermarkter reklamieren

  • Beanstandungen der Veterinäre am Schlachtkörper (Abschnitte, Konfiskate) geben Rückschlüsse über Verletzungen und Krankheiten

  • Beanstandungen bei Organen (vor allem Lunge, Leber, Herz) geben Rückschlüsse über Haltungsbedingungen und Stallklima – bessere Organbefunde sind ein Anzeiger für gutes Tierwohl und verbessern automatisch auch die Wirtschaftlichkeit und die Wertschöpfung beim Schlachtviehverkauf

 

Weitere Informationen zur Klassifizierung erhalten Sie auch auf der Homepage der österreichweiten Dachorganisation Österreichische Fleischkontrolle GmbH (www.oefk.at).